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18.01.2014

Konzept für eine „differenzierte Realschule“

Ein sehr gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl im Rücken, geht der CDU-Kreisverband Esslingen voller Optimismus ins neue Jahr. Der Fokus ist erwartungsgemäß auf die am 25. Mai anstehenden Kommunal- und Europawahlen gerichtet.

Anke Kirsammer

Oberboihingen. „Wir haben zurückgefunden zu alter Stärke, wie wir es uns nicht hätten träumen lassen“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Thaddäus Kunzmann im gestrigen Pressegespräch in Oberboihingen mit Blick auf das Ergebnis bei der zurückliegenden Bundestagswahl. Selbst in den 1980er-Jahren habe man bei den Erststimmen kein besseres Ergebnis eingefahren. Ein toller Erfolg für den Kreisverband sei die Ernennung des Esslinger CDUBundestagsabgeordneten Markus Grübel zum Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Zu den thematischen Dauerbrennern im Landkreis Esslingen gehörte für die CDU der Einsatz für den Ausbau der B 27. Kunzmann sah die realistische Chance, dass das Projekt mittelfristig umgesetzt werden kann.

Ein weiteres Thema, mit dem der Kreisverband punkten möchte, ist das Konzept einer „differenzierten Realschule“. Das dreiseitige Papier wurde von einem Fachausschuss „Bildung“ erstellt, zu dem unter anderem amtierende und ehemalige Schulleiter, Lehrer und Elternbeiratsvertreter gehörten. Der Kreisparteitag hatte es am 12. Oktober vergangenen Jahres einstimmig befürwortet. „Wir brauchen eine Position im Hinblick auf die Landtagswahl“, erklärte der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Thomas Auerbach aus Kirchheim dazu. Die Idee sei als Antwort auf den Umbruch in der Bildungslandschaft durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung zu verstehen. Seitdem habe eine erosionsartige Verschiebung der Schülerzahlen stattgefunden, unter anderem mit einem faktischen Verschwinden der Hauptschule. Auch hinter das Modell der Gemeinschaftsschule setzten die Vertreter der CDU nach wie vor ein dickes Fragezeichen.

Die „differenzierte Realschule“ soll deshalb zur Weiterentwicklung von Real-, Werkreal- und Hauptschulen dienen, durchlässig sein und eine effektive Ankopplung an das Duale System sowie weiterführende berufliche Schulen haben. Schwächere Schüler könnten nach Klasse sieben einen Hauptschulabschluss erwerben, jedoch anschließend noch die mittlere Reife anstreben. Das Modell sieht neben einer allgemeinbildenden eine berufliche Realschule mit Profilbildungen beispielsweise im kaufmännischen, sozialen oder technischen Bereich vor. Wie Auerbach weiter erläuterte, schwebt dem Ausschuss vor, die Schulen einzeln oder im Verbund zu führen. Letzteres biete sich insbesondere für größere Kommunen an. Kleinere Schulstandorte könnten sich wiederum auf eine der beiden Typen konzentrieren und sich im Rahmen einer regionalen Schulentwicklung mit den Nachbarkommunen abstimmen. „Möglich wäre auch, dass die Gemeinschaftsschule mit in das Konzept hineinrutscht“, so Auerbach. „Ziel ist, für jeden Schüler in vertretbarer Entfernung ein passendes Angebot zu haben.“ Im Februar werde der CDU-Bezirksverband Nord-Württemberg das Papier diskutieren.

Roland Klenk, Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen und Spitzenkandidat des CDU-Kreisverbandes für die Wahl zur Regionalversammlung, hob die Wichtigkeit des Regionalparlaments hervor. „Die Einsicht ist gewachsen, dass viele Dinge nicht auf lokaler oder auf Kreisebene allein zu regeln sind.“ Klenk erinnerte unter anderem an den Beschluss für die Verlängerung der S 2 bis Neuhausen sowie die Weiterführung der U 6 bis zur Messe beziehungsweise zum Flughafen. „Der ÖPNV soll dazu beitragen, den Individualverkehr zu verbessern“, sagte der Rathauschef. Er brach auch eine Lanze für die Haltung der Region, den Einzelhandel nicht auf der grünen Wiese anzusiedeln. „Dabei geht es um den Erhalt und die Stärkung der Innenstädte.“ Eine Zukunftsaufgabe der Region sei, Eingriffe in die freie Landschaft zu reduzieren. Auch wenn dies eine Verdichtung mit sich bringe: „Die großen Entwicklungslinien liegen entlang der S-Bahn-Strecken“, unterstrich der CDU-Politiker.

Die Bedeutung seines Vornamens wörtlich nehmend, empfahl sich Apostolos Kelemidis als „Gesandter“ fürs Europaparlament. Der Diplom-­Betriebswirt und Mittelständler aus Denkendorf rechnet sich mit dem siebten Platz auf der Landesliste ernsthafte Chancen aus. Vor 47 Jahren als Sohn griechischer Eltern in Stuttgart geboren, kokettierte er mit seinen hellenistischen Wurzeln und resümierte: „Eigentlich bin ich Europäer.“ Europa habe kein Währungsproblem, sondern ein Problem der Wettbewerbsfähigkeit. „Investitionen in die Forschung müssen erhöht werden, um Innovationen zu ermöglichen“, sagte Kelemidis. Ein Schuldenschnitt dürfe kein Thema mehr sein. Der Kandidat regte an, den 9. Mai zu einem europäischen Feiertag zu ernennen, zum „Tag des friedlichen Zusammenlebens in Europa“, denn ein gemeinsames Europa könne nur in den Herzen der Menschen entstehen – getragen von Idealisten und nicht von Technokraten.

 
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