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26.07.2013

Maß und Mitte halten

Artikel vom 24.07.2013 © Eßlinger Zeitung

Von Roland Kurz

Deizisau: Verteidigungsminister Thomas de Maizière betont Roll der CDU als Volkspartei

Eingeladen war Verteidigungsminister Thomas de Maizière vom CDU-Bundestagsabgeordneten Markus Grübel. Doch der war gestern nicht in der Deizisauer Gemeindehalle, sondern als Obmann just mit dem Untersuchungsausschuss beschäftigt, der dem Minister gerade im Nacken sitzt. De Maizière:„Nächste Woche wird er mich verhören.“ Mehr sagte der Minister zu der Euro-Hawk-Affäre vor den gut 200 Besuchern in Deizisau nicht.

Dafür fiel es Thomas de Maizière in Abwesenheit des örtlichen Abgeordneten leichter, diesen kräftig zu loben. Markus Grübel sei eine interessante Mischung: ein Notar mit Humor, er kümmere sich um Angehörige der Soldaten, Mitglied im Verteidigungs- und im Familienausschuss. Er setze sich nicht nur für seinen Wahlkreis ein, sondern sei im verrückten Berlin „ein bedeutender Bundespolitiker“.

Obwohl der Bundesverteidigungsminister zweifellos auch eine bedeutende Funktion hat, war die festliche Beflaggung an den Deizisauer Straßen nicht ihm direkt gewidmet, gestand Bürgermeister Thomas Matrohs. Man habe gerade drei Tage Dorffest gefeiert und wegen des hohen Besuchs die Fahnen noch ein wenig hängen lassen. Andere Fahnen zückten eine Handvoll junger Leute. Auf ihren Spruchbändern wurde der Verteidigungsminister ein Kriegstreiber genannt. Ordnungskräfte drängten die Protestierer hinaus, den übrigen Besuchern erklärte de Maizière, warum seiner Ansicht nach deutsche Soldaten in Afghanistan, in Mali, dem Sudan und der Türkei stehen: „Das wird von uns erwartet.“ Als starkes Land müsse sich Deutschland seiner internationalen Verantwortung stellen - mit einem „soliden, fairen und bezahlbaren Beitrag“.

Der Zwischenfall hinderte de Maizière nicht daran, anschließend die Jugend als Ganzes zu loben. Sie sei weder verlottert noch gehe es ihr nur ums Chillen. Bei der Hochwasserkatstrophe hätten die jungen Leute eine Musikbox aufgestellt und dann Sandsäcke gefüllt. Deutschland sei kein kaltes Land, in dem nur Ellbogen zählen, sagte der Minister. „Der Zusammenhalt in der Gesellschaft stimmt.“ Dies sollte sich aber nicht nur in der Not zeigen.

„Das Land steht gut da“

Immer wieder kam der Wahlkämpfer auf drei zentrale Botschaften zurück: Das Land steht gut da. Das Angebot der CDU für die Zukunft stimmt und drittens: mit Angela Merkel hat Deutschland die beste Kanzlerin für diese Zeiten. Es sei aber nicht sein Verdienst, dass Merkel als politisches Talent entdeckt worden sei, korrigierte er leicht den CDU-Ortsvorsitzenden Oliver Krüger, der diese Anekdote in der Begrüßung erwähnte. Als sein Cousin Lothar de Maizière eine Regierungssprecherin gesucht habe, habe er nur gesagt: „Dann nehmen wir halt die.“

Es sei schwer, heute eine Volkspartei zu sein, sagte de Maizière. Aber Politik, die Einzelinteressen bediene, führe ins Verderben. Damit meinte er die Grünen, aber auch die SPD. Beide spielten Arm gegen Reich aus und bevormundeten die Gesellschaft bei den Fragen zu Mindestlohn und Betreuungsgeld. Die Kombination Kita-Plätze und Betreuungsgeld sei doch ideal. Eine Volkspartei müsse „Maß und Mitte halten“, für das Ganze da sein. Das müsse die CDU bis zum 22. September deutlich machen. Es reiche nicht, sich auf gute Umfragewerte und den schlechten Kanzlerkandidaten der SPD zu verlassen.

Bei der Fragerunde kam es erneut zu einem Zwischenfall. Ein junger Mann fragte nach der Nazi-Vergangenheit von de Maizières Vater. Leider wurde der Frager von Ordnungskräften gleich hinausgedrängt. Denn von der klaren Antwort de Maizières hätte er etwas lernen können. Mit deutlichen Worten antwortete der Minister auch auf die Frage des früheren CDU-Kreisvorsitzenden Udo Goldmann, wie er zur EU-Mitgliedschaft der Türkei stehe. Er habe großes Interesse, dass die Türkei ein westliches Land innerhalb der Nato bleibe. Der Türkei fehle aber die tiefe, innere Verbindung zu Europa.

 
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