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02.03.2012

Übergriffe auf Christen nehmen zu

Bundestags-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder sprach über Verfolgung von Christen

Mehr als 200 Personen kamen zur Veranstaltung, die der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU Kreisverband Esslingen gemeinsam mit dem CVJM Ruit, der Evangelischen Kirchengemeinde Ruit mit Unterstützung des CDU-Stadtverbands Ostfildern zum aktuellen Thema „Christenverfolgung heute“ durchführte.

(ps) Die Veranstaltung fand im Evangelischen Gemeindehaus in Ruit statt. Hauptreferent war der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder. Markus Rode von der Organisation Open Doors informierte ebenfalls zu dem Thema.

Nach der Begrüßung durch Axel Weber vom CVJM führte Peter Schuster, der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, in das Thema ein. Peter Schuster zeigte anhand des Lebens von Sabatina James auf, dass in Deutschland und Österreich Muslime, die vom Islam zum Christentum konvertieren, verfolgt und mit dem Tod bedroht werden.

Sabatina James ist eine Buchautorin und ehemalige Muslimin, die seit der Konversion vom Islam zum Christentum mit dem Tode bedroht wird und unter ständigem Polizeischutz steht. Schuster erinnerte zudem an die Übergriffe gegen Christen in Ägypten, mit vielen Todesopfern als Folge. Laut Ansicht vieler Experten gehen dort die Übergriffe gegen Christen von der Muslimbruderschaft aus, sagte Schuster.

Volker Kauder berichtete von unterschiedlichen Ländern, in denen Christen momentan verfolgt werden. So erfuhr Kauder bei einer Reise in der indischen Provinz Orissa, dass dort vier Männer getötet worden waren, weil sie sich zum Christentum bekannt haben. Bei einer Reise nach Orissa habe Kauder vom Provinzministerpräsidenten verlangt, dass die Christen und Kirchen durch die Polizei vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen sind. Kauder sieht die Ursache von Christenverfolgungen in Indien vor allem darin, dass durch den Übertritt zum Christentum die Menschen die Kaste verlassen. Nach dem hinduistischen Kastensystem ist mit der Geburt in eine bestimmte Kaste auch eine soziale Zuordnung verbunden. Diejenigen, die zum Christentum konvertieren, verlassen dadurch ihre Kaste und damit auch die soziale Zuordnung. Das löst unter der hinduistischen Bevölkerung Unmut aus und ist laut Kauder die Ursache der Christenverfolgung in Indien.

Der CDU-Politiker war wenige Wochen, nachdem Anschläge auf Christen in Ägypten verübt worden waren, vor Ort. Die Christen in Ägypten hätten momentan die Sorge, dass aus dem arabischen Frühling eine Zeit der Verfolgung gegen die Christen wird. So seien zum Beispiel in Ägypten die Islamisten als Sieger aus den Wahlen hervorgegangen. Rund zwei Drittel der Mitglieder des ägyptischen Parlaments gehören der islamistischen Muslimbruderschaft oder den Salafisten an, die ebenfalls islamistisch ausgerichtet sind, berichtete Kauder.

Besorgt zeigte sich Kauder über die Lage der Christen in der Türkei, deren Situation immer schwieriger werde. Kauder nannte als Beispiel das Kloster Mor Gabriel in der Südtürkei, das sich durch die Erträge seiner landwirtschaftlichen Flächen finanziert. Durch die rechtswidrige Enteignung von landwirtschaftlichen Flächen durch den türkischen Staat komme das Kloster zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten. „Neun von den zehn Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, sind islamische Länder“, teilte Kauder den Anwesenden mit. Er selbst frage deshalb bei Auslandsreisen die dortigen Regierungsvertreter, wie sie mit den Christen umgehen. Er hält zudem seine Fraktionskollegen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dazu an, bei Auslandsreisen dasselbe zu tun. Zum Schluss bekannte sich Volker Kauder in einem persönlichen Statement zum Absolutheitsanspruch des Christentums.

Anschließend schilderte Markus Rode von der Organisation Open Doors die Situation von Christen in den verschiedenen Ländern. Rund 100 Millionen Christen werden in der ganzen Welt in verschiedenen Ländern verfolgt. Er ging besonders auf die aktuelle Situation von Christen in Nigeria ein. Dort hätten islamische Milizen in den letzten Wochen und Monaten rund 1500 Christen ermordet. Für die dortigen Christen sei die Unterstützung durch Christen aus Deutschland wichtig.

 
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