Sie sind hier: › Aktuelles 
25.10.2011

Initiative ruft Bürger an die Wahlurne

NEUHAUSEN: Auftakt der Plakataktion des Vereins Pro Stuttgart 21 auf dem Schlossplatz - Werbung für hohe Beteiligung am Volksentscheid

Frank Buß und Ingo Hacker (auf der Leiter rechts) hängen das erste Plakat auf. Bernhard Maier, Wolfgang Drexler, Ina Wolpert, Andreas Deuschle, Ulrich Fehrlen, Michael Wechsler und Thaddäus Kunzmann (von links) assistieren.Foto: Rudel

Frank Buß und Ingo Hacker (auf der Leiter rechts) hängen das erste Plakat auf. Bernhard Maier, Wolfgang Drexler, Ina Wolpert, Andreas Deuschle, Ulrich Fehrlen, Michael Wechsler und Thaddäus Kunzmann (von links) assistieren. Foto: Rudel

Von Klaus Harter

Der Auftakt verlief dem Esslinger SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Drexler zu schleppend. Die Bürgermeister Frank Buß aus Plochingen und Ingo Hacker aus Neuhausen (beide Freie Wähler) brauchten lange, bis das Plakat am Laternenmast hing. „Gut, dass das Fernsehen nicht dabei ist“, spottete Drexler. „Deshalb überlassen wir das Plakatieren den Profis“, konterte Buß. Zum Auftakt der landesweiten Plakataktion des Vereins Pro Stuttgart 21 gestern auf dem Schlossplatz in Neuhausen stiegen aber zunächst Promis auf die Leiter. Auf den Plakaten steht die Frage: „1,5 Milliarden für den Ausstieg verschwenden?“ Das Aktionsbündnis wirbt für eine Teilnahme am Volksentscheid und dafür, gegen das Ausstiegsgesetz, also mit „Nein“ zu stimmen.

Die Plakate sollen in ganz Baden-Württemberg aufgehängt werden, kündigte der Geschäftsführer des Vereins, Bernhard Maier, an. Das landesweite Bündnis will zusammen mit lokalen Bündnissen wie gestern mit ES für Stuttgart 21 die Menschen motivieren, am 27. November an die Wahlurnen zu gehen. Es reiche nicht, dass die Stuttgart 21-Gegner das nötige Quorum nicht erreichen und der Volksentscheid damit scheitert, sagte Maier. Für den SPD-Kreisvorsitzenden Michael Wechsler geht es darum, mit einer hohen Beteiligung einen „befriedenden Abschluss“ der Auseinandersetzungen um das Projekt zu erreichen. Maier rechnet damit, dass sich die Menschen umso weniger mobilisieren lassen, je größer der Abstand zu Stuttgart wird. Aber wenn das Land bei einem Ausstieg 1,5 Millionen Euro Schadenersatz an die Deutsche Bahn AG zahlen müsste, würde das Geld im ganzen Land fehlen und damit alle treffen, stellte Drexler klar. Mit diesem Geld könne man 1500 Kindergärten fördern, erklärte Maier. Jede Nein-Stimme mache es unwahrscheinlicher, dass die S 21-Gegner mit dem Ausstieg durchkommen, sagte der Esslinger CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Deuschle. Hacker geht davon aus, dass es in der Bevölkerung eine Mehrheit für Stuttgart 21 gibt, der Volksentscheid müsse das „auch zum Ausdruck bringen“.

Ohne Stuttgart 21 müsste die Schnellbahntrasse mit zwei zusätzlichen Gleisen im Neckartal verlegt werden, sagte Drexler. Mit Stuttgart 21 verkürze sich die Fahrzeit von Nürtingen und Esslingen zum Flughafen erheblich. „Wir beschleunigen den Nahverkehr.“ Von der Schienenanbindung erwartet sich Deutschle wie sein Nürtinger Kollege Thaddäus Kunzmann große Vorteile für die Filder und eine deutliche Entlastung der Straßen, weil kürzere Fahrzeiten nach Stuttgart sowie aus dem Raum Reutlingen/Tübingen das Umsteigen vom Auto auf die Bahn attraktiv mache. Für Kunzmann ist es auch wichtig, die zwei starken Wirtschaftsräume Filder und Böblingen/Sindelfingen über die Gäubahn miteinander zu verbinden.

Wichtig für Neuhausen

Für seine Gemeinde habe Stuttgart 21 eine große Bedeutung, denn ohne den Filderbahnhof werde es keine S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen geben. Nur damit sei auch ein Ringschluss der S-Bahn ins Neckartal möglich, waren sich Hacker und Buß einig. Ohne Stuttgart 21 werde es auch keine S-Bahn nach Göppingen geben, sagte Buß.

Es sei lange geplant und diskutiert worden, meinte der FDP-Kreisvorsitzende Ulrich Fehrlen. Nun sei es an der Zeit, dass das Projekt verwirklicht werde. „Mit der Mentalität der Verhinderer würden wir heute noch mit der Pferdekutsche durchs Land fahren“, sagte Fehrlen.

Die Plakataktion koste 250 000 Euro, teilte Maier mit. Sie soll wie weitere Aktionen über Spenden finanziert werden.

 
CDU Kreisverband Esslingen CDU Baden-Württemberg CDU Deutschlands CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Mitglied werden CDU-Fraktion Baden-Württemberg CDU.TV Angela Merkel
© CDU-Ortsverband Aichwald 2017