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26.10.2011

"Das Imperium bäbbt zurück"

Neuhausen Auf den Fildern hat ProStuttgart21 seine Plakataktion für das Bahnprojekt vorgestellt. Der Verein will die "schweigende Mehrheit" im Land mobilisieren. Von Thomas Schorradt

Der Verein Pro Stuttgart 21 will die Lufthoheit über die Laternenpfähle im Land gewinnen. Am Montag hat Bernhard Maier, der Geschäftsführer des Vereins, in Neuhausen die ersten Plakate vorgestellt, die landesweit für das Bahnprojekt werben sollen. Eine Reihe von im lokalen Bündnis "ES für Stuttgart 21" zusammengeschlossenen Landtagsabgeordneten und Bürgermeister aus dem Landkreis Esslingen haben dem ehemaligen Böblinger Landrat auf dem Schlossplatz der Fildergemeinde werbewirksam die Alu-Leiter gehalten.

"Unser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Leute im Land zu mobilisieren und ihnen zu sagen, worum es in der Volksabstimmung am 27. November geht", sagt Maier. Worum es nach Einschätzung des überparteilichen Bündnisses geht, ist seit gestern in Neuhausens Ortsmitte nicht zu übersehen: "Weiter ärgern oder fertig bauen?" lautet eine der rhetorischen Fragen auf den großformatigen Plakaten, "1,5 Milliarden für den Ausstieg verschwenden?" eine andere. Auch die plakative Antwort auf die Fragen gibt es vor Ort: "Für Stuttgart 21 heißt Nein beim Volksentscheid". Maier und seine Mitstreiter wollen "die schweigende Mehrheit für Stuttgart 21 an die Urnen bringen". Die drei Kernbotschaften, die diese Mehrheit auf die Beine bringen sollen, sind dem Verein 250 000 Euro wert. So viel kostet den Worten Maiers zufolge die Plakataktion. "Wir sind mit null Euro angetreten und werden in den nächsten Wochen verstärkt Spenden anwerben", sagt Maier. Die Plakataktion, die heute in Böblingen fortgesetzt wird, soll seinen Worten zufolge erst der Anfang sein. "Wir haben noch viele Ideen im Rohr", sagt Maier.

Auf die Frage, warum der Landesauftakt ausgerechnet nach Neuhausen verlegt worden war, gibt es eine schlüssige Antwort. "Weil wir von dem Bahnprojekt ganz direkt betroffen sind", sagt der Bürgermeister Ingo Hacker. Ohne Stuttgart 21 könne sich seine Gemeinde den lange erwarteten S-Bahn-Anschluss an die Landeshauptstadt abschminken, so der Schultes. Weil ohne die Neuhausener S-Bahn der angestrebte Ringschluss ins Neckartal hinunter ebenfalls in den Sternen steht, hatte sich der Nürtinger Landtagsabgeordnete Thaddäus Kunzmann zur Unterstützung auf nach Neuhausen gemacht. Andreas Deuschle, sein CDU-Landtagskollege aus dem Wahlkreis Esslingen, stellt sich hinter Stuttgart 21, weil ihn die Hoffnung trägt, dass die chronisch verstopften Straßen in seinem Wahlkreis dadurch entlastet würden. Der Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler (SPD), ehemals Sprecher des Bahnprojekts, sieht bei einem Scheitern ein durch zusätzliche Schienenstränge aus den Nähten platzendes Neckartal auf die Bevölkerung zukommen. Zur Unterstützung hatte Drexler die SPD-Gemeinderätin Ina Wolpert und seinen Kreisgeschäftsführer Michael Wechsler mitgebracht. Der Plochinger Bürgermeister Frank Buß in seiner Eigenschaft als Chef des Kreisverbands der Freien Wähler und der FDP-Kreisrat Ulrich Fehrlen komplettierten die Pro-Stuttgart-21-Mannschaft.

 
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