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22.11.2011

„Stuttgart 21 bringt Region nach vorne“

„Koalition“ aus Nürtinger Regionalräten zu Stuttgart 21: (von links) Helmut Hartmann, Felix Tausch, Alfred Bachofer. Foto: Holzwarth

Bündnis von Nürtinger Regionalräten über Fraktionsgrenzen hinweg betont Bedeutung des Bahnprojekts für die Konjunktur

Alfred Bachofer (Freie Wähler) tanzt in Sachen Stuttgart 21 auf vielen Hochzeiten. Als Alt-Oberbürgermeister Nürtingens macht er sich für die Stadt stark, als Kreisrat für den Kreis und als Regionalrat für die Region. Über die Parteigrenzen hinweg wirbt er mit den Nürtinger Regionalräten Dr. Felix Tausch (CDU) und Helmut Hartmann (SPD) für das umstrittene Bahnprojekt.


VON UWE GOTTWALD

Für die drei Räte stand bei ihrer Visite in unserer Redaktion fest: „Jede der Gebietskörperschaften profitiert von dem Bahn-Projekt, und Nürtingen besonders.“ „Die Stadt und ihr Wirtschaftsraum wären der große Gewinner“, so Bachofer. Tausch dazu: „Durch einen Tiefbahnhof bekommen wir weitere Direktlinien, wichtige Zentren in Baden-Württemberg können dann ohne Umsteigen und den damit verbundenen Komfort- und Zeitverlust verbunden werden.“

Tausch sieht die Chance, statt jetzt einer künftig vier wichtige Regionalverbindungen für Nürtingen zu bekommen. Zwei davon sollen aus Richtung Heilbronn und aus Richtung Mannheim über die Neckarstadt nach Tübingen führen. Zwei Linien sollen durch die sogenannte Wendlinger Kurve über die Fildern mit dem Flughafen sowie den Stuttgarter Hauptbahnhof die Städte Karlsruhe und Tübingen beziehungsweise Aalen und Tübingen verbinden. Für Bachofer ist neben neuen und schnelleren Verbindungen ebenso wichtig, dass die Chance für weitere S-Bahn-Anschlüsse erhalten bleibe.

Bachofer betont die künftige Bedeutung des ÖPNV und des Schienenverkehrs als „enormen Standortvorteil“. Helmut Hartmann dazu: „Als exportorientierte Metropolregion Stuttgart stehen wir in Konkurrenz zu benachbarten Metropolregionen wie München und Frankfurt.“ Bachofer meint: „Wir sind auf die Einbindung in das internationale Schienennetz angewiesen. Ohne S 21 gibt es keine Neubaustrecke und wir geraten in den Verkehrsschatten.“ Es würde „ein jahrzehntelanger Stillstand“ eintreten, weil K 21, der Kopfbahnhof, keine Alternative, sondern vielmehr ein Phantom sei. „Dafür gibt es keine Planung, keinen Bauherrn, keine Finanzierung und nicht die zugesagten 2,7 Milliarden Euro an Zuschüssen der EU, des Bundes und der Bahn.“

Hartmann und Bachofer betonen darüber hinaus die wirtschaftliche Bedeutung von Stuttgart 21. Bachofer schätzt: „Beim Bau und nachfolgend über die Ansiedlung von Dienstleistern wird mit 8000 bis 10 000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet.“ Bachofers weitere Rechnung: „Zu den 4,5 Milliarden Euro für Stuttgart 21 kommen 2,9 Milliarden Euro für die Neubaustrecke und rund vier Milliarden Euro für die Stadtentwicklung Stuttgarts, das ist ein gewaltiges Konjunkturprogramm für das Land und insbesondere für die Region.“

Hartmann zieht einen Vergleich zur seinerzeit ebenfalls umstrittenen Fildermesse: „Trotz anderslautender Befürchtungen wurde bei deren Bau der Kostenrahmen doch weitgehend eingehalten.“ Die Fildermesse trage heute zur Stärkung des Standorts bei.

Beschreibung: http://www.ntz.de/images/news_square.gifBefürworter von Stuttgarter 21 sehen Entlastung für die Umwelt

Einen weiteren Vorteil sieht Bachofer in der Verkehrsentlastung für die Region: „Eigentlich ist Stuttgart 21 ein grünes Projekt, es spart viele Millionen von Pkw- und Lkw-Kilometern auf der Straße und damit Abgase und Kohlendioxid-Emissionen ein.“ Tausch sieht auch eine Entlastung des Neckartals vom Zugverkehr und dessen Lärmemissionen. Durch das frei werdende Schienenfeld in Stuttgart entstünden bis zu 10 000 Wohnungen auf rund 100 Hektar, so Bachofer weiter. Um diese im Außenbereich der Städte und Gemeinden in der Region zu bauen, bräuchte es 200 bis 300 Hektar. Auch unter diesem Gesichtspunkt sei der Tiefbahnhof eine ökologische Lösung.

Tausch und Bachofer sind letztlich der Überzeugung, dem Land entstünde ein großer Verlust an Glaubwürdigkeit, sollte der Tiefbahnhof nicht gebaut werden. „Es geht um demokratisch getroffene Entscheidungen, um die Einhaltung von Verträgen und um das Ansehen bei künftigen Partnern.“

 
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